Der Versorgungsausgleich im Familienrecht

Nicht selten wird bei familienrechtlichen Auseinandersetzungen und die Aufteilung der Altersversorgungsanwartschaften gestritten. Die Auseinandersetzung erfolgt im Wege des sogenannten Versorgungsausgleichs. Unter einem Versorgungsausgleich ist der Ausgleich der von den Ehegatten während der Ehe erwirtschafteten Altersversorgungen zu verstehen.  Der Versorgungsausgleich wird bei der Ehescheidung in der Regel von Amts wegen, d. h. „automatisch“, durchgeführt, es existieren jedoch auch Ausnahmen:

  • Kurzehe, d.h. die Eheleute waren weniger als drei Jahre verheiratet,
  • die Ehegatten haben hinsichtlich des Versorgungsausgleiches eine Vereinbarung getroffen,
  • die Ehegatten haben auf die Durchführung des Versorgungsausgleiches verzichten,
  • der Wert des zu übertragenden Rentenanteils hat die gesetzliche Bagatellgrenze nicht erreicht.


Liegt keine der zuvor genannten Ausnahmen vor, findet der Versorgungsausgleich nicht nur bzgl. der gesetzlichen Rentenanwartschaften (Deutsche Rentenversicherung oder Beamtenpensionskasse) statt, sondern auch bzgl. der betrieblichen und der privaten Altersversorgung.

Das Gericht wird bei allen Versorgungsträgern Auskunft über die auf die Ehezeit entfallenden Renten anfordern und die Versorgungsträger berechnen die auf die Ehezeit entfallenden Renten und teilen diese dem Gericht mit.

Die von den Versorgungsträgern ermittelten Werte werden dann hälftig unter den Ehegatten aufgeteilt. Bei den gesetzlichen Renten findet eine Umbuchung statt. Bei anderen Versorgungsträgern erhält der Ausgleichsberechtigte entweder eigene Anrechte direkt bei dem jeweiligen Versorgungsträger oder aber bei einem vom Ausgleichsberechtigten zu benennenden Zielversorger. Benennt der Ausgleichsberechtigte keinen Zielversorger, werden die Anrechte auf ein Konto bei der im Jahr 2010 gegründeten Versorgungsausgleichskasse gezahlt.

Die Durchführung des Versorgungsausgleiches macht sich erstmals mit Eintritt des Rentenalters bemerkbar. Die Rente des ausgleichspflichtigen Ehegatten verringert sich dann entsprechend und die des ausgleichsberechtigten Ehegatten erhöht sich.

Wenn Sie die Durchführung des Versorgungsausgleiches nicht oder nur teilweise wünschen, können Sie mit Ihrem Ehepartner eine notarielle Vereinbarung schließen oder aber dies im Rahmen des Scheidungstermins gerichtlich protokollieren lassen. In diesem Fall müssen jedoch beide Ehegatten anwaltlich vertreten sein.  


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Rechtsanwältin für Familienrecht Christina Spohr
74172 Neckarsulm - bei Heilbronn.