Gemeinsames Sorgerecht nun auch für unverheiratete Eltern als Regelfall

Bislang war es so, dass die Mutter eines nichtehelichen Kindes alleinsorgeberechtigt war und das gemeinsame Sorgerecht nur auf übereinstimmenden Antrag beider Eltern erteilt wurde. In dieser Regelung sahen der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte und das Bundesverfassungsgericht eine Diskriminierung von Vätern, deren Kinder außerehelich geboren wurden. Aus diesem Grund hat der Bundestag ein neues Gesetz beschlossen, wonach nun das gemeinsame Sorgerecht auch bei nichtehelichen Kindern die Regel ist. Nur wenn die gemeinsame Sorge gegen das Kindswohl spricht, darf das gemeinsame Sorgerecht nicht durch das Familiengericht übertragen werden.

Im Klartext bedeutet dies, dass ein nicht verheirateter Vater das gemeinsame Sorgerecht auch gegen den Willen der Mutter beim Familiengericht beantragen kann.  Nur wenn die Mutter fundierte Gründe darlegen kann, die gegen die gemeinsame Sorge sprechen, wird das Familiengericht dem Antrag nicht stattgeben. Ein einfacher Widerspruch der Mutter gegen die gemeinsame Sorge reicht jedenfalls nicht mehr aus.


Erforderlich ist also lediglich ein entsprechender Antrag beim zuständigen Familiengericht. Die Abgabe einer Sorgeerklärung beim Jugendamt ist vorher nicht erforderlich. Das neue Verfahren zur Übertragung des gemeinsamen Sorgerechtes steht dabei auch Elternteilen zur Verfügung, deren Kinder vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes geboren wurden.

Sind Sie von einem solchen Fall betroffen, berate ich Sie gerne und stelle für Sie einen entsprechenden Antrag bei Gericht.
 

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Fachanwältin für Familienrecht Christina Spohr
74172 Neckarsulm - bei Heilbronn